Bauprogramm
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Bis 2035 wird die Zahl der Rentner in Leipzig um 14.700 Personen steigen, wodurch die Gesamtzahl der Ruheständler auf 128.500 anwächst. Eine aktuelle Untersuchung des Pestel-Instituts zeigt, dass die Stadt auf diesen Wandel nicht vorbereitet ist. Es fehlt an altersgerechtem Wohnraum, was eine große Herausforderung für den Wohnungsmarkt darstellt.

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„Graue Wohnungsnot“ – Warnung von Matthias Günther

Der Wohnungsmarkt in Leipzig ist laut Pestel-Institut bereits jetzt überlastet. Rund 336.000 Haushalte gibt es in der Stadt, und 26 Prozent davon werden von Senioren bewohnt. Aktuell fehlen etwa 20.000 seniorengerechte Wohnungen, die für Menschen mit eingeschränkter Mobilität geeignet sind. Bis 2045 wird dieser Bedarf sogar auf 29.100 Wohnungen steigen.

Viele barrierefreie Wohnungen werden zudem nicht nur von Senioren, sondern auch von Familien genutzt, die den Komfort breiter Türen und schwellenloser Übergänge schätzen. Der Mangel an altersgerechtem Wohnraum betrifft daher nicht nur ältere Menschen, sondern auch junge Familien.

Forderung nach politischen Maßnahmen von Katharina Metzger

Die Präsidentin des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel, Katharina Metzger, kritisiert, dass die Bundesregierung das Problem lange ignoriert habe. Sie fordert, dass der Wohnungsbau ein zentrales Thema bei den Koalitionsverhandlungen wird. Insbesondere die CDU und SPD aus Sachsen müssten sich in Berlin für Lösungen einsetzen.

Ein umfangreiches Bauprogramm sei notwendig, um mehr bezahlbare Seniorenwohnungen, Sozialwohnungen und sanierte Altbauten zu schaffen. Metzger warnt, dass eine wachsende Wohnungsnot nicht nur soziale, sondern auch wirtschaftliche Folgen habe: „Wenn sich die Krise verschärft, gehen in Leipzig zahlreiche Arbeitsplätze im Baugewerbe verloren.“

Sanierung und Neubau als Lösungsansätze

Die Wissenschaftler des Pestel-Instituts sehen zwei zentrale Lösungen für das Problem:

  • Neubau von altersgerechten Wohnungen – Leipzig benötigt dringend neue Wohngebäude, die an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst sind.
  • Sanierung bestehender Wohnungen – Besonders wichtig sind dabei barrierefreie Bäder mit bodengleichen Duschen und breiten Türen.

Neben Rentnern, die in ihrem Eigentum leben, sind besonders Senioren mit niedrigen Renten betroffen. Viele können sich steigende Mieten nicht mehr leisten. Wenn der Staat nicht ausreichend investiert, könnte die Zahl der Senioren, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, erheblich steigen.

Die Experten des Pestel-Instituts betonen, dass es langfristig günstiger für die öffentliche Hand sei, in altersgerechte Wohnungen zu investieren, als hohe Kosten für Pflegeheime zu tragen. Eine umfassende Sanierungs- und Bauoffensive könnte nicht nur das Problem entschärfen, sondern auch langfristig finanzielle Vorteile bringen.

Quelle: l-iz.de