Immer wieder geben Kriminelle vor, Polizisten zu sein. Solche Täuschungsversuche sind nicht nur lästig, sondern können auch bedrohlich werden. Mit dem neuen Chipkarten-Ausweis wird in zehn Bundesländern der Versuch unternommen, Fälschungen deutlich zu erschweren. Bürger sollten bei Kontrollen daher besonders genau auf den Polizeiausweis achten.
Inhaltsverzeichnis:
- Einführung von einheitlichen Dienstausweisen
- Achten Sie auf diese Merkmale
- Kampf gegen Betrüger
- So verhalten Sie sich bei einer Polizeikontrolle
Einführung von einheitlichen Dienstausweisen
Der bisherige Papierausweis wird nach und nach durch eine moderne Plastikkarte ersetzt. Diese hat das kompakte Format einer Scheckkarte von 86 × 54 Millimetern und besteht aus robustem Polycarbonat. Während der Übergangsphase sind beide Ausweisarten gültig. Der Umstellungsprozess soll in den meisten Bundesländern bis Ende 2025 abgeschlossen sein, jedoch wird es in Sachsen vermutlich bis 2026 dauern.
Laut dem ADAC kommen die neuen Ausweise in diesen Bundesländern:
- Baden-Württemberg
- Berlin
- Bremen
- Hessen
- Rheinland-Pfalz
- Saarland
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Schleswig-Holstein
- Thüringen
Zum ersten Mal gibt es eine weitgehend homogene Gestaltung der Ausweise in vielen Teilen Deutschlands, lediglich das Landeswappen differenziert die Karten.
Achten Sie auf diese Merkmale
Der neue Dienstausweis ist mit mehreren fälschungssicheren Merkmalen ausgestattet. Ein Hologramm des Polizeisterns, das unter Licht reflektiert, befindet sich auf der Vorderseite. Das Material besitzt fühlbare Strukturen, die Echtheit ist dadurch auch tastbar. Das Foto des Polizeimitarbeiters ist als Kippbild angelegt, das sich bei Veränderung der Neigung verwandelt.
Die Rückseite zeigt die Notfallnummer 110 mithilfe spezieller variabler Tinte. Weiterhin ist das Wort „Polizei“ in Brailleschrift eingraviert, um Personen mit Sehbehinderungen die Überprüfung des Ausweises zu ermöglichen. Ebenso ist das zuständige Polizeipräsidium auf der Karte vermerkt.
Auch die Bundespolizei vollzieht ebenfalls den Übergang zu einer neuen, elektronischen Karte. Diese wird von der Bundesdruckerei gefertigt, besteht aus Polycarbonat und ist individuell mit Lasergravur versehen. Sie erfüllt denselben hohen Standard wie aktuelle Reisepässe.
Kampf gegen Betrüger
Falsche Polizeibeamte gehören zu den häufigsten Betrugsphänomenen in Deutschland, häufig snd ältere Personen im Visier. So brachte ein Betrüger eine 85-Jährige im August vergangenen Jahres um Silbermünzen und einen hohen Betrag in bar. Die neue Karte soll das Vertrauen in die Polizei stärken, indem sie Bürgern die unkomplizierte und sichere Überprüfung ermöglicht.
Mit den Sicherheitsmerkmalen sollen Fälschungen praktisch ausgeschlossen werden und die Brailleschrift sorgt dafür, dass erstmals auch Personen mit Sehbehinderung die Echtheit eigenständig feststellen können.
Bei einer Verkehrskontrolle in Frankfurt fiel ein falscher Polizist mit einem besonderen Merkmal auf. Der Mann verfügte über Handfesseln, Armbinden mit der Aufschrift „Polizei“, einen Teleskopschlagstock, mehrere hessische Landeswappen, einen gefälschten Dienstausweis und Funkgeräte. Damit war er laut dem zuständigen Präsidium „fast umfangreicher mit polizeitypischen Ausrüstungsgegenständen ausgestattet als sie selbst“.
So verhalten Sie sich bei einer Polizeikontrolle
Für viele Autofahrer ist eine Polizeikontrolle ein Angstszenario. Neben einem Spickzettel können diese Tipps helfen:
- Ausweispflicht: Bei einer Verkehrskontrolle müssen Sie Angaben zu Ihrer Person machen und Führerschein sowie Fahrzeugschein vorzeigen. Darüber hinausgehende Aussagen sind freiwillig und sollten mit Bedacht getroffen werden.
- Fangfrage vermeiden: Auf die Frage „Wissen Sie, warum wir Sie angehalten haben?“ sollten Sie stets mit „Nein“ antworten. Ein Schuldeingeständnis kann später gegen Sie verwendet werden.
- Reiseziel bleibt privat: Angaben zu Ihrem Ziel oder Ausgangspunkt sind nicht verpflichtend. Verweisen Sie höflich auf Ihr Schweigerecht, um Missverständnisse zu vermeiden.
- Verhalten zählt: Bleiben Sie respektvoll und kooperativ, ohne sich provozieren zu lassen. Unhöflichkeit oder Zynismus können die Situation unnötig verschärfen.
- Widerspruch im Nachgang: Ein Verwarnungsgeld sollten Sie nicht vor Ort diskutieren. Nutzen Sie stattdessen die Möglichkeit, später rechtlich dagegen vorzugehen.
Quelle: Focus