Neue Sozialwohnungen für Leipzig
Neue Sozialwohnungen für Leipzig, Pixabay/Foto illustrativ

Leipzig erhält vom Freistaat Sachsen zusätzliche Mittel für den Bau von Sozialwohnungen. Das städtische Dezernat informierte am Montag über die Entscheidung der Sächsischen Aufbaubank, im Programmjahr 2025 rund 32 Millionen Euro bereitzustellen. Diese Summe liegt sieben Millionen Euro über dem Vorjahr, bleibt jedoch deutlich unter dem tatsächlichen Bedarf der Stadt.

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Mehr Förderung durch die Sächsische Aufbaubank

Die Sächsische Aufbaubank unterstützt Leipzig mit Geldern, die aus Bundes- und Landesmitteln stammen. Bis 2029 sollen mit den 32 Millionen Euro mehr als 400 mietpreis- und belegungsgebundene Wohnungen entstehen. Diese Wohnungen sind für Menschen mit geringem Einkommen bestimmt und bleiben 15 bis 20 Jahre lang preisgebunden.

Seit 2017 wurden über dieses Förderprogramm bereits mehr als 1.500 Wohnungen fertiggestellt. Weitere rund 1.500 befinden sich derzeit in Bau oder Planung. Etwa die Hälfte der geförderten Einheiten gehört zur kommunalen Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB).

  • Geförderte Wohnungen seit 2017: über 1.500
  • In Planung oder Bau: etwa 1.500
  • Ziel bis 2029: mehr als 400 neue Einheiten
  • Förderdauer: 15–20 Jahre

Thomas Dienberg lobt, fordert aber mehr Mittel

Baubürgermeister Thomas Dienberg zeigte sich zufrieden mit der erneuten Förderung. Er betonte, dass der Freistaat der Stadt mit der Wohnraumförderung ein wirkungsvolles Instrument zur Verfügung stelle. Der freie Markt könne bezahlbaren Wohnraum längst nicht mehr in ausreichendem Maß bereitstellen.

Millionen Euro zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus
Millionen Euro zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus, Foto: Redaktion

Trotz der zusätzlichen Gelder sieht die Stadt Leipzig einen weitaus höheren Finanzbedarf. Nach ihren Berechnungen müssten jährlich etwa 70 Millionen Euro an Fördermitteln fließen, um das Ziel von mehr als 1.000 neuen Sozialwohnungen pro Jahr zu erreichen. Tatsächlich entstehen derzeit weniger als 500 solcher Wohnungen jährlich.

Diskussion im Leipziger Stadtrat

Der Mangel an preiswertem Wohnraum beschäftigt auch den Leipziger Stadtrat. Im August befasste sich die Ratsversammlung mit einem Antrag der Grünen-Fraktion. Diese forderte eine Reform der sozialen Wohnraumförderung. Die Grünen verlangen mehr Geld für den Wohnungsbau und ein Ende der zeitlichen Befristung der Preis- und Belegungsbindungen.

Sozialwohnungen, die vor 20 bis 30 Jahren gefördert wurden, stehen heute oft nicht mehr Geringverdienern zur Verfügung, weil die Förderfristen ausgelaufen sind. Im Jahr 2006 gab es in Deutschland noch rund zwei Millionen Sozialwohnungen. Inzwischen hat sich diese Zahl halbiert.

Große Lücke zwischen Bedarf und Realität

Die Diskrepanz zwischen tatsächlichem Bedarf und finanziellen Möglichkeiten bleibt erheblich. Leipzig bräuchte jedes Jahr über 1.000 neue Sozialwohnungen, um der Nachfrage gerecht zu werden. Die bewilligten 32 Millionen Euro reichen nur für weniger als die Hälfte dieses Ziels.

Städte wie Leipzig stehen damit weiterhin vor der Herausforderung, einkommensschwachen Bürgerinnen und Bürgern bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Die neuen Fördermittel sind ein Schritt nach vorn, aber sie schließen die bestehende Lücke noch nicht.

Quelle: LEIPZIGER ZEITUNG