Hohe Energiekosten belasten Leipziger Familien stark
Hohe Energiekosten belasten Leipziger Familien stark, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

In Leipzig spitzt sich die Lage auf dem Energiemarkt weiter zu. Laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) können rund 30.500 Leipzigerinnen und Leipziger ihre Strom- und Heizkosten kaum noch bezahlen. Die steigenden Energiepreise treffen vor allem Familien, Alleinerziehende und Senioren. Eine finanzielle Entlastung durch das versprochene Klimageld bleibt bislang aus.

Inhaltsverzeichnis:

Energiekrise trifft Leipzigs Bevölkerung hart

Die NGG Leipzig-Halle-Dessau beruft sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Danach haben bundesweit etwa 5 Prozent der Menschen Schwierigkeiten, ihre Strom- oder Gasrechnungen zu begleichen. Besonders betroffen sind Mieterinnen und Mieter. Eigentümer geraten seltener in Rückstand. In Leipzig kann derzeit jede 20.

 Viele Leipziger stehen wegen hoher Energiekosten kurz vor der Stromsperre
Viele Leipziger stehen wegen hoher Energiekosten kurz vor der Stromsperre, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Person ihre Energiekosten nicht pünktlich zahlen. Das hat unmittelbare soziale Folgen: Haushalte schränken ihren Verbrauch ein, und einige stehen kurz vor der Stromsperre.

Die Stadt versucht, Gegenmaßnahmen zu entwickeln, etwa durch die Förderung effizienter Heizsysteme und sozialer Unterstützungsprogramme. Parallel dazu wächst der politische Druck auf die Bundesregierung, endlich zu handeln. Weitere Maßnahmen zum Schutz von Haushalten vor hohen Preisen werden auch in anderen Bereichen der Stadt diskutiert, wie etwa bei sinkender Kaufkraft und steigenden Lebenshaltungskosten.

Christian Ullmann fordert Senkung der Stromsteuer

NGG-Regionalgeschäftsführer Christian Ullmann kritisiert die aktuelle Energiepolitik. Er betont, dass Strom für viele Menschen inzwischen zum Luxusgut werde. Wer nur den Mindestlohn oder Niedriglohn verdiene, könne die stetig wachsenden Kosten kaum noch tragen. Ullmann fordert daher, die Stromsteuer für private Haushalte deutlich zu senken, wie es im früheren Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbart war. Eine solche Maßnahme würde laut NGG sofort spürbare Entlastung bringen.

Darüber hinaus fordert Ullmann, die Stromnetze wieder stärker in öffentliche Hand zu geben. Diese Infrastruktur dürfe nicht der Rendite privater Investoren dienen. Stabilere Preise wären auch für öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Schwimmbäder oder Krankenhäuser wichtig. Ähnliche Anliegen werden derzeit auch in anderen Projekten der Stadt verfolgt, etwa bei der Wärmewende in der Südvorstadt-West.

Maßnahmen des Bundes und Bedeutung für die Industrie

Die Bundesregierung plant für das kommende Jahr einen vergünstigten Industriestrompreis von etwa 5 Cent pro Kilowattstunde, gültig bis 2028. Die NGG begrüßt diese Entscheidung grundsätzlich, warnt jedoch davor, nur wenige energieintensive Branchen zu bevorzugen. Gerade die Lebensmittelindustrie, die in Leipzig eine große Rolle spielt, müsse berücksichtigt werden.

Nach Angaben der NGG arbeiten allein in Leipzig rund 810 Beschäftigte in 77 Betrieben der Ernährungswirtschaft. Diese Unternehmen sind besonders von den Energiekosten abhängig. Ein dauerhafter Rückgang der Stromsteuer könne somit Arbeitsplätze sichern und Wettbewerbsfähigkeit erhalten.

Perspektiven für Leipziger Haushalte

Die geplante Senkung der Netzentgelte und die Befreiung der Gaskunden von der Gasspeicherumlage könnten erste Schritte zu spürbaren Entlastungen sein. Doch laut NGG reicht das nicht aus. Langfristig stabile Energiekosten bleiben entscheidend für die wirtschaftliche und soziale Stabilität in der Stadt.

Auch auf kommunaler Ebene wird über weiterführende Strategien beraten. So wird etwa diskutiert, wie neue Bauprojekte oder Modernisierungen zur Energieeinsparung beitragen können, wie es im Beitrag zu den Strompreisen in Deutschland beschrieben wird.

Die Energiefrage bleibt für Leipzig damit eine zentrale Herausforderung. Nur wenn Bund, Land und Kommune gemeinsam handeln, lassen sich die wachsenden Belastungen für Haushalte und Betriebe eindämmen.

Quelle: LEIPZIGER ZEITUNG, MILEKCORP

FAQ

Wie viele Leipzigerinnen und Leipziger sind von steigenden Stromkosten betroffen?

Nach Schätzungen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) betrifft das rund 30.500 Menschen in Leipzig, die ihre Strom- und Heizkosten kaum bezahlen können.

Welche Bevölkerungsgruppen leiden am stärksten unter den Energiepreisen?

Besonders betroffen sind Mieterinnen und Mieter, Alleinerziehende, Familien mit Kindern und Seniorenhaushalte, die über ein geringes Einkommen verfügen.

Was fordert Christian Ullmann von der Bundesregierung?

Christian Ullmann, Geschäftsführer der NGG Leipzig-Halle-Dessau, fordert die Bundesregierung auf, die Stromsteuer für private Haushalte deutlich zu senken und Stromnetze stärker in öffentliche Hand zu geben.

Welche Maßnahmen plant der Bund zur Entlastung?

Geplant ist ein vergünstigter Industriestrompreis von rund 5 Cent pro Kilowattstunde bis 2028 sowie eine Senkung der Netzentgelte und die Befreiung der Gaskunden von der Gasspeicherumlage.

Wie viele Beschäftigte arbeiten in Leipzigs Ernährungswirtschaft?

In Leipzig sind laut NGG etwa 810 Beschäftigte in 77 Betrieben der Ernährungswirtschaft tätig, die besonders stark von den Energiekosten betroffen sind.

Welche langfristigen Ziele verfolgt die NGG?

Die NGG strebt langfristig stabile Energiekosten für Haushalte und Betriebe an, um soziale Sicherheit und Arbeitsplätze in der Region Leipzig zu sichern.