Die Frage nach besseren Bedingungen für den Radverkehr beschäftigt den Stadtrat von Leipzig seit mehreren Jahren. Die Naunhofer Straße gilt dabei schon lange als Abschnitt mit erkennbarem Verbesserungsbedarf. 2024 rückte sie erneut in den Mittelpunkt politischer Diskussionen. Auslöser war die Debatte um die Verkehrsführung auf der Prager Straße im Bereich des Völkerschlachtdenkmals. Die Naunhofer Straße wurde dabei als Alternative herangezogen, um auf einen separaten Radweg auf der Prager Straße zu verzichten. Der Stellenwert des Themas zeigt sich auch daran, dass der Radverkehr in Leipzig seit Jahren zunimmt.
Inhaltsverzeichnis:
- Naunhofer Straße Leipzig
- Prager Straße Völkerschlachtdenkmal
- Mobilitäts- und Tiefbauamt Leipzig
- Knoten Naunhofer Ludolf-Colditz-Straße
Naunhofer Straße Leipzig
Im Jahr 2024 griff die CDU-Fraktion das Thema erneut auf. In einem Vorschlagskatalog forderte sie den Erhalt der Vierspurigkeit der Prager Straße. Diese Position setzte sich durch. Die Stadt realisierte die Planung 2025. Parallel stellte sich jedoch die Frage nach der Rolle der Naunhofer Straße im bestehenden Verkehrsnetz.
Die CDU-Fraktion verwies auf frühere Beschlüsse. Bereits damals war eine breitere Diskussion zur Sicherheit des Radverkehrs in Stötteritz und Probstheida geführt worden. Im Zuge dieser Debatte wurden erste Maßnahmen benannt, die den Radverkehr auf der Naunhofer Straße attraktiver machen sollten. Der neue Antrag zielte darauf ab, diese Ansätze weiterzuführen und zu konkretisieren.
Ziel des Antrags war klar umrissen. Weitere kostengünstige und effiziente Maßnahmen sollten geprüft werden. Gleichzeitig sollten negative Auswirkungen vermieden werden. Dabei ging es unter anderem um den Verkehrsfluss auf der Prager Straße sowie um die Situation der Anwohnenden. Ähnliche verkehrspolitische Konflikte wurden zuletzt auch im Zusammenhang mit dem Ringradweg diskutiert.
Prager Straße Völkerschlachtdenkmal
Die strategische Überlegung bestand darin, Radfahrende gezielt umzulenken. Sie sollten die Naunhofer Straße stärker nutzen und die Prager Straße meiden. Damit sollte die Prager Straße leistungsfähig bleiben, ohne zusätzliche Radinfrastruktur einzurichten. Ob diese Lenkungswirkung tatsächlich eintritt, blieb offen.
Unstrittig war jedoch der zeitliche Rahmen. Ab 2026 sollten sich die Bedingungen für Radfahrende auf der Naunhofer Straße messbar verbessern. Diese Perspektive wurde im politischen Raum mehrfach benannt. Der Fokus lag auf konkreten verkehrsrechtlichen und baulichen Maßnahmen, die kurzfristig umsetzbar sind.
Mobilitäts- und Tiefbauamt Leipzig
Das Mobilitäts- und Tiefbauamt hatte die Naunhofer Straße bereits geprüft. In seiner Stellungnahme zum CDU-Antrag stellte das Amt fest: „Im Zuge der bereits durchgeführten Prüfungen wurde die Führung des Radverkehrs intensiv betrachtet“. Untersucht wurden dabei verschiedene straßenrechtliche Instrumente.
Im Mittelpunkt standen unter anderem Radfahrstreifen, Kreisverkehre sowie die mögliche Anordnung einer Fahrradstraße. Diese Prüfungen sind Teil eines laufenden Verwaltungsprozesses. Maßgeblich ist der Beschluss VII-DS-09870-NF-01 zum Ausbau der Prager Straße. Die Naunhofer Straße soll diesem Beschluss entsprechend 2026 als Vorrangroute für den Radverkehr dienen. Ergänzend baut die Stadt ihr Datengerüst aus, mehr dazu hier.
Knoten Naunhofer Ludolf-Colditz-Straße
Besonders konkret sind die Planungen an zwei Kreuzungen. Betroffen sind der Knoten Naunhofer Straße/Ludolf-Colditz-Straße sowie der Knoten Naunhofer Straße/Schönbachstraße. Dazwischen liegt ein zusammenhängender Netzabschnitt mit direkten Anschlüssen an die Prager Straße.
Die Planungen für die Kreisverkehre befinden sich derzeit in Vorbereitung für die Anhörung zur verkehrsrechtlichen Anordnung. Je nach Witterung kann im 1. Quartal 2026 mit der Umsetzung begonnen werden. Die Kreisverkehre berücksichtigen bereits die Anbindung der nördlich und südlich anschließenden Fahrradstraßen.
Parallel laufen verwaltungsinterne Abstimmungen zu weiteren verkehrsrechtlichen Regelungen. Ziel ist die vollständige Umsetzung noch im Jahr 2026. Das Amt stellt dazu klar: „Der Antrag wird bereits berücksichtigt.“ Zusätzliche Prüfaufträge seien nicht erforderlich, da sie den Prozess nicht beschleunigen würden.
Quelle: LEIPZIGER ZEITUNG, SN2 WORLD
FAQ
Warum steht die Naunhofer Straße im Fokus der Leipziger Verkehrspolitik?
Die Naunhofer Straße gilt seit Jahren als Abschnitt mit Verbesserungsbedarf für den Radverkehr und wurde 2024 erneut als zentrale Alternative zur Prager Straße in politischen Debatten des Leipziger Stadtrates behandelt.
Welche Rolle spielt die Prager Straße am Völkerschlachtdenkmal?
Die Prager Straße blieb vierspurig, da sie als leistungsfähige Hauptverkehrsachse erhalten werden sollte, während die Naunhofer Straße zur bevorzugten Route für den Radverkehr entwickelt werden soll.
Welche Maßnahmen prüft das Mobilitäts- und Tiefbauamt Leipzig?
Das Mobilitäts- und Tiefbauamt untersucht unter anderem Radfahrstreifen, Kreisverkehre sowie die mögliche Anordnung einer Fahrradstraße zur Verbesserung der Radverkehrsführung.
Wann sollen die geplanten Umbauten umgesetzt werden?
Je nach Witterung kann mit der Umsetzung der verkehrsrechtlichen Maßnahmen im ersten Quartal 2026 begonnen werden, die vollständige Umsetzung ist für das Jahr 2026 vorgesehen.
Welche Kreuzungen auf der Naunhofer Straße werden umgestaltet?
Betroffen sind die Knotenpunkte Naunhofer Straße/Ludolf-Colditz-Straße sowie Naunhofer Straße/Schönbachstraße einschließlich des dazwischenliegenden Netzabschnitts.