In Leipzig-Dösen entsteht ein neues Wohnquartier, das den Namen Parkstadt trägt. Grund dafür ist die über 100 Jahre alte Parklandschaft, die das Gebiet prägt. Zahlreiche Bäume wurden jedoch im Zuge der Bauarbeiten gefällt. Das sorgt für Diskussionen in der Stadtgesellschaft. Bürgerinnen und Bürger fordern Ersatzpflanzungen. Erste Maßnahmen sind nun geplant.
Inhaltsverzeichnis:
- Bürgerinitiative für Parkstadt Dösen
- Verantwortung des Vorhabenträgers
- Erste Pflanzungen ab Herbst 2024
- Stadt und Bauträger weiterhin in der Pflicht
Bürgerinitiative für Parkstadt Dösen
Im Rahmen des Bürgerhaushalts forderten Leipziger Einwohner Nachpflanzungen im Park des früheren Parkkrankenhauses Dösen. In ihrem Vorschlag wurde betont, dass viele Bäume aufgrund von Trockenheit, unzureichender Pflege sowie durch Krankheiten wie die Rußrindenkrankheit abgestorben seien. Zur Verkehrssicherheit mussten sie gefällt werden.
Die Bürger regten an, im Sinne des Programms „Zukunft Stadtgrün“ oder nach dem Prinzip „Für jeden neuen Einwohner ein Baum“ zu handeln. Die Forderung wurde positiv aufgenommen. Das Amt für Stadtgrün und Gewässer bestätigte, dass bereits Ersatzpflanzungen geplant seien und teilweise schon im Herbst 2024 begonnen hätten.
Verantwortung des Vorhabenträgers
Der Parkbereich der Parkstadt Dösen steht unter Denkmalschutz, befindet sich jedoch nicht im Besitz der Stadt Leipzig. Deshalb ist für viele Pflanzmaßnahmen nicht die Stadt, sondern der Projektträger der Sanierung verantwortlich. Die Verwaltung betonte, dass die Umsetzung unter Berücksichtigung des Denkmal- und Landschaftsschutzes erfolgen muss.
Das Amt für Stadtgrün und Gewässer arbeitet bereits an einem Konzept zum denkmalgerechten Ersatz der verlorenen Bäume. Dabei geht es auch darum, die historische Gestaltung des Parks mit seinen Gehölzstrukturen wiederherzustellen. Die Planung zu geeigneten Pflanzstandorten und Baumarten soll im dritten Quartal 2024 abgeschlossen werden.
Erste Pflanzungen ab Herbst 2024
Im Rahmen des Projekts „Baumstarke Stadt“ beginnen im Herbst 2024 die ersten Ersatzpflanzungen. Eine denkmalrechtliche Genehmigung dafür ist mit der Unteren Naturschutzbehörde abzustimmen. Die bisherigen Planungen sehen vor, insbesondere entlang historischer Wege und Teichanlagen neue Bäume zu setzen.
Für 2025 sind bereits vier Sommerlinden an der Margaretha-Rothe-Straße vorgesehen. Diese sollen den Baumbestand rund um den Teich im Süden der Parkstadt ergänzen. Weitere Pflanzungen werden folgen, abhängig von der Bewilligung und der Einhaltung der Schutzauflagen.
Stadt und Bauträger weiterhin in der Pflicht
Der Bürgervorschlag hat konkrete Maßnahmen ausgelöst, aber das vollständige Ersatzkonzept ist noch nicht abgeschlossen. Die Bürgerbeteiligung zeigte Wirkung. Dennoch ist es Aufgabe der Stadt und des Bauträgers, den historischen Charakter des Parks dauerhaft zu sichern.
Die kommenden Monate sind entscheidend. Denn mit Abschluss der Planungsphase werden die nächsten Schritte festgelegt. Der Park Dösen bleibt damit nicht nur ein grüner Bestandteil des neuen Wohngebiets, sondern auch ein Beispiel für aktive Bürgerbeteiligung in Leipzig.
Quelle: Leipziger Zeitung