Ab dem 14. Dezember 2025 erweitern die Deutsche Bahn und die polnische PKP Intercity ihr Angebot im grenzüberschreitenden Fernverkehr erheblich. Reisende erhalten dadurch deutlich mehr direkte Verbindungen und schnellere Anschlüsse zwischen wichtigen Städten beider Länder. Die Maßnahme folgt einer starken Zunahme der Nachfrage auf dieser Strecke.
Inhaltsverzeichnis:
- Berlin und Warschau mit dichterem Takt
- Neue Strecke Leipzig–Breslau–Krakau
- Nachtzüge nach Przemysl und Chelm
- Bedeutung für Reisende und Regionen
Berlin und Warschau mit dichterem Takt
Zwischen Berlin und Warschau verkehren künftig 7 statt bisher 6 Zugpaare pro Tag. Damit entsteht ein Zweistundentakt zwischen den beiden Hauptstädten. Die Reisezeit auf der rund 570 Kilometer langen Strecke beträgt weiterhin etwa 5 Stunden. Diese Entwicklung stärkt die Verbindung zweier europäischer Metropolen, die sowohl wirtschaftlich als auch politisch eine zentrale Rolle spielen.
Michael Peterson, Vorstand Personenfernverkehr bei der Deutschen Bahn, betonte die Bedeutung der Erweiterung. Laut ihm sollen die neuen Bahnverbindungen nicht nur die Hauptstädte, sondern auch die wirtschaftsstarken Regionen Südpolens sowie Gebiete an der Grenze zur Ukraine besser erreichbar machen.
Neue Strecke Leipzig–Breslau–Krakau
Komplett neu eingeführt wird die Verbindung Leipzig–Breslau–Krakau mit zwei Zügen pro Tag in beide Richtungen. Ein Zug verkehrt dabei weiter bis nach Przemysl an der polnisch-ukrainischen Grenze. Zum ersten Mal sind damit Leipzig, Breslau, Krakau und Przemysl direkt miteinander verbunden.
Besonders für Fahrgäste aus Süd- und Mitteldeutschland bringt die Neuerung Vorteile. Wer von München, Nürnberg oder Frankfurt (Main) nach Breslau reist, spart durch abgestimmte Umstiege in Leipzig rund 2 Stunden. Zusätzlich profitieren Chemnitz und Dresden von der neuen Linienführung, da auch sie über Zwischenhalte eingebunden werden.
Übersicht der wichtigsten neuen Direktverbindungen
- Berlin – Warschau im Zweistundentakt
- Leipzig – Breslau – Krakau mit Verlängerung bis Przemysl
- München – Krakau – Przemysl durch erweiterte Wagen im Nachtzug „Chopin“
- Berlin – Przemysl über Breslau und Krakau als neuer Nachtzug
- Berlin – Chelm über Lodz und Warschau als weitere Nachtverbindung
Nachtzüge nach Przemysl und Chelm
Neben den Tagesverbindungen erweitern die Bahngesellschaften auch das Nachtzugangebot. Ein neuer täglicher Eurocity verbindet Berlin mit Przemysl über Breslau und Krakau. Gleichzeitig fährt ein weiterer Nachtzug von Berlin nach Chelm über Lodz und Warschau. Damit erhalten gleich zwei Städte an der Grenze zur Ukraine eine direkte Anbindung an Deutschland.
Auch der bekannte Nachtzug „Chopin“ zwischen München und Warschau wird ausgebaut. Zukünftig verkehren zusätzliche Wagen zwischen München, Krakau und Przemysl. So entsteht eine direkte Verbindung zwischen Süddeutschland und Südpolen, die bisher fehlte.
Bedeutung für Reisende und Regionen
Insgesamt steigt die Zahl der direkten Zugverbindungen zwischen Deutschland und Polen von 11 auf 17 pro Tag. Das entspricht einer Steigerung um mehr als 50 Prozent. Für Fahrgäste ergeben sich dadurch mehrere Vorteile:
- schnellere Reisezeiten
- dichtere Taktung
- direkter Zugang zu neuen Zielstädten
- klimafreundliche Alternativen zum Auto oder Flugzeug
Janusz Malinowski, CEO der PKP Intercity, erklärte, dass das Unternehmen ein starkes Interesse an den Direktverbindungen beobachtet. Besonders die Strecken von und nach Berlin erfreuen sich hoher Nachfrage. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass auch die neuen Destinationen wie Krakau oder Przemysl eine ähnliche Beliebtheit erreichen.
Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 wird das Schienennetz zwischen Deutschland und Polen so eng verbunden sein wie nie zuvor. Damit wird ein weiterer Schritt in Richtung einer leistungsfähigen und nachhaltigen europäischen Mobilität gesetzt.
Quelle: Leipziger Zeitung