Wachsende Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Leipzig
Wachsende Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Leipzig, Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Der Markt für günstigen Wohnraum bleibt in Leipzig stark angespannt. Frei verfügbare Wohnungen im preiswerten Segment bewegen sich seit Jahren im Promillebereich. Haushalte mit niedrigem Einkommen sind deshalb häufig auf Angebote von Wohnungsgenossenschaften und der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft angewiesen. Bei der Vergabe spielen Wohnberechtigungsscheine eine zentrale Rolle, was auch vor dem Hintergrund deutlich wird, dass der Wohnungsmarkt in Leipzig angespannt bleibt.

Inhaltsverzeichnis

Wohnberechtigungsscheine in Leipzig

Die Nachfrage nach diesen Bescheinigungen steigt kontinuierlich. Gleichzeitig warten viele Haushalte lange auf eine passende Wohnung. Die aktuellen Zahlen des Sozialamtes zeigen, wie groß der Druck auf den unteren Wohnungsmarkt ist und welche Gruppen besonders betroffen sind. Eine Rolle spielt dabei auch die Diskussion um Kosten der Unterkunft, die im Zusammenhang mit Leipzig und die KdU regelmäßig thematisiert wird.

Entwicklung der ausgestellten WBS

Zwischen 2023 und 2025 ist die Zahl der erteilten Wohnberechtigungsscheine von 3.380 auf 3.719 gestiegen. Damit setzte sich ein Trend fort, der bereits seit mehreren Jahren zu beobachten ist. Besonders stark vertreten sind Haushalte mit Leistungsbezug nach SGB II und SGB XII. Sie stellen den größten Anteil der Antragsteller.

Erteilte WBS 2023 2024 2025
Gesamt 3.380 3.424 3.719
davon 1 PHH 1.806 1.839 2.048
davon 2 PHH 601 616 625
davon 3 PHH 443 397 368
davon 4 PHH 262 272 298
davon 5 PHH und mehr 268 300 380
davon mit Einkommen 990 831 877
davon mit SGB II/SGB XII 2.390 2.593 2.842

Der stärkste Zuwachs entfiel auf Bedarfsgemeinschaften nach SGB II und SGB XII. Ihre Zahl stieg innerhalb von zwei Jahren um mehr als 450 Fälle. Auch Einpersonenhaushalte nahmen deutlich zu. Haushalte mit drei Personen gingen dagegen zurück.

Sozialwohnungen mit WBS

Tatsächlicher Bezug preisgebundener Wohnungen

Nicht jeder ausgestellte Wohnberechtigungsschein führt zu einer Wohnung. Die Zahl der tatsächlich bezogenen Sozialwohnungen lag 2023 bei 696, sank 2024 auf 404 und stieg 2025 wieder auf 623. Der verfügbare Bestand bleibt damit deutlich hinter dem Bedarf zurück und verdeutlicht, warum der Sozialwohnungsbau in Leipzig unter Druck steht.

Bezug einer Sozialwohnung 2023 2024 2025
Gesamt 696 404 623
davon 1 PHH 194 99 161
davon 2 PHH 182 106 139
davon 3 PHH 204 105 112
davon 4 PHH 90 67 103
davon 5 PHH und mehr 26 27 108
davon mit Einkommen 292 118 233
davon mit SGB II/SGB XII 404 286 390

Auch hier dominieren Haushalte mit Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch. Gleichzeitig zeigt sich, dass mehrere hundert Haushalte mit eigenem Einkommen ebenfalls auf Sozialwohnungen angewiesen sind, weil ihr Verdienst nicht ausreicht.

Wartezeiten und Wohnungsangebot

Die Diskrepanz zwischen Bedarf und Angebot bleibt hoch. Jährlich müssten rund 1.500 mietpreisgebundene Wohnungen neu entstehen. Tatsächlich werden mit den verfügbaren Fördermitteln etwa 500 Wohnungen pro Jahr realisiert. Dieser Abstand prägt die Wartezeiten erheblich.

Einige Haushalte erhalten innerhalb von 7 Tagen eine Zuweisung. Viele andere warten länger als ein Jahr. Die durchschnittliche Wartezeit bewegt sich zwischen 3,5 und 5 Monaten. Für zahlreiche Antragsteller bleibt der Wohnberechtigungsschein damit zunächst nur eine formale Voraussetzung ohne kurzfristige Lösung.

FAQ

Was ist ein Wohnberechtigungsschein in Leipzig?

Ein Wohnberechtigungsschein ist eine amtliche Bescheinigung, die Haushalte mit niedrigem Einkommen berechtigt, eine mietpreisgebundene oder geförderte Wohnung in Leipzig zu beziehen.

Wie viele Wohnberechtigungsscheine wurden zuletzt ausgestellt?

Zwischen 2023 und 2025 stieg die Zahl der erteilten Wohnberechtigungsscheine von 3.380 auf 3.719.

Welche Haushalte erhalten besonders häufig einen WBS?

Den größten Anteil stellen Bedarfsgemeinschaften mit Leistungen nach SGB II und SGB XII, deren Zahl von 2.390 im Jahr 2023 auf 2.842 im Jahr 2025 anwuchs.

Führt jeder Wohnberechtigungsschein zu einer Sozialwohnung?

Nein, nicht jeder WBS führt automatisch zu einer Wohnung, da die Zahl verfügbarer Sozialwohnungen deutlich geringer ist als die Zahl der Berechtigten.

Wie viele Sozialwohnungen wurden mit WBS bezogen?

2023 wurden 696 Sozialwohnungen bezogen, 2024 waren es 404 und 2025 wieder 623.

Wie lange warten Haushalte durchschnittlich auf eine Wohnung?

Die durchschnittliche Wartezeit liegt zwischen 3,5 und 5 Monaten, in einzelnen Fällen auch deutlich über einem Jahr.

Quelle:  LEIPZIGER ZEITUNG, SN2 WORLD