Die ausstehende Genehmigung des Doppelhaushalts 2025/2026 durch die Landesdirektion Sachsen führt in Leipzig zu erheblichen Einschränkungen. Betroffen sind vor allem zivilgesellschaftliche Initiativen und Umweltvereine, die auf kommunale Fördergelder angewiesen sind. Besonders kritisch ist die Lage beim Umweltverein Ökolöwe, dessen Projekte komplett stillstehen.
Inhaltsverzeichnis:
- Ökolöwe Leipzig ohne Mittel für Stadtradeln und Radnacht
- Haushaltsnotlage trifft auch Personal und Umweltbildung
- Spenden als einziger Ausweg
- Folgen für den Umwelt- und Klimaschutz in Leipzig
Ökolöwe Leipzig ohne Mittel für Stadtradeln und Radnacht
Seit März ist der Doppelhaushalt 2025/2026 durch den Stadtrat Leipzig beschlossen – doch eine Genehmigung durch die Landesdirektion Sachsen steht weiterhin aus. Die Folge: Eine umfassende Haushaltssperre. Zahlungen aus dem städtischen Haushalt sind eingefroren. Fördermittel für laufende oder geplante Vorhaben können nicht ausgezahlt werden.
Beim Umweltverein Ökolöwe Leipzig hat dies gravierende Auswirkungen. Acht zentrale Projekte stehen unmittelbar vor dem Aus:
- Leipziger Stadtradeln
- Leipziger Radnacht
- Leipziger Ökofete
- Umwelttage Leipzig
- Kletterfix – Grüne Wände für Leipzig
- Leipzig blüht auf
- Stadtgarten Connewitz
- PARK(ing) Day Leipzig und die Umweltbibliothek
Für alle genannten Initiativen gilt ab sofort: Kein Geld, kein Fortschritt. Ohne Fördermittel ist keine Durchführung möglich, weder konzeptionell noch organisatorisch.
Haushaltsnotlage trifft auch Personal und Umweltbildung
Der Verein Ökolöwe betont, dass keine Rücklagen existieren, um diese Notlage zu überbrücken. Fördergelder fließen direkt in die Projekte, Eigenmittel stehen nicht zur Verfügung. Eine Vorfinanzierung über mehrere Monate ist unmöglich. Das zwingt den Verein zu drastischen Maßnahmen.
Erste Einschnitte:
- Projektstreichungen
- Unbesetzte Stellen
- Reduzierung öffentlicher Veranstaltungen
Auch die umweltpolitische Arbeit des Vereins wird geschwächt. Die Präsenz bei umweltrelevanten Entscheidungsprozessen in Leipzig nimmt ab. Eine starke Stimme für Umwelt- und Klimaschutz droht zu verstummen.
Spenden als einziger Ausweg
Um wenigstens Teile der Arbeit aufrechtzuerhalten, ruft der Ökolöwe zur Unterstützung durch Spenden auf. Bereits 2.727 Leipzigerinnen und Leipziger fördern den Verein regelmäßig. Das reicht aber nicht aus, um alle Projekte umzusetzen.
Der Verein hat auf seiner Website alle Informationen zur Spendenmöglichkeit bereitgestellt. Jede Unterstützung hilft, die notwendigsten Aufgaben in der Umweltbildung und dem städtischen Klimaschutz aufrechtzuerhalten.
Folgen für den Umwelt- und Klimaschutz in Leipzig
Die aktuelle finanzielle Krise stellt nicht nur eine Belastung für den Verein Ökolöwe dar, sondern auch für das städtische Engagement im Umweltbereich. In einer Zeit wachsender ökologischer Herausforderungen ist die Handlungsunfähigkeit solcher Initiativen besonders kritisch. Ohne sofortige Genehmigung des Haushalts oder alternative Finanzierungen könnten viele bewährte Leipziger Projekte dauerhaft verloren gehen.
Der Stillstand betrifft nicht nur Veranstaltungen, sondern auch die öffentliche Wahrnehmung und Teilhabe am Umweltschutz in der Stadt. Die kommenden Wochen werden entscheidend dafür sein, ob und in welchem Umfang Projekte 2025/2026 stattfinden können.
Quelle: Leipziger Zeitung