Die Straßenbahnhaltestelle Augustusplatz in Leipzig ist seit ihrem Umbau zwischen 1996 und 1998 nicht vollständig barrierefrei. Besonders ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität sind betroffen. Obwohl das Problem seit Jahren bekannt ist, wird eine vollständige Lösung frühestens 2034 erwartet.
Inhaltsverzeichnis:
- Isa Rotter fordert Veränderungen
- Geplante Bauarbeiten erst in über zehn Jahren
- Zwischenlösungen und kleine Anpassungen
- Lange Wartezeit für Fahrgäste
Isa Rotter fordert Veränderungen
1998 wurde der Augustusplatz im Zuge des Baus einer Tiefgarage umfassend neugestaltet. Damals entschied man sich für eine Bahnsteigkonstruktion mit abgesenktem Mittelteil, die bis heute nicht durchgängig barrierefrei ist. Diese bauliche Lösung sollte eine optisch und räumlich ununterbrochene Platzfläche ermöglichen. Für mobilitätseingeschränkte Personen ist sie jedoch ein erhebliches Hindernis.
Die Leipzigerin Isa Rotter reichte eine Petition ein, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Darin forderte sie eine vollständige Barrierefreiheit der zentral gelegenen Haltestelle zwischen Oper und Gewandhaus. Sie argumentierte, dass dieser Zustand viele Menschen daran hindere, am kulturellen Leben teilzunehmen. Das Mobilitäts- und Tiefbauamt Leipzig (MTA) stimmte der Einschätzung zu.
Geplante Bauarbeiten erst in über zehn Jahren
Das MTA kündigte an, die Haltestelle im Rahmen einer größeren Umbaumaßnahme zu erneuern. Die vollständige Barrierefreiheit soll Bestandteil der Planungen für die Komplexbaumaßnahme I-51 Goethestraße / Augustusplatz, Willy-Brandt-Platz – Georgiring werden.
- Baubeschluss: 2028
- Geplanter Baustart: 2034
- Projektziel: Anpassung des gesamten Gleisnetzes für neue, breitere Straßenbahnen
Die Umsetzung hängt eng mit dem „Basismodul Hauptachsen“ zusammen, einem Programm zur Modernisierung des Netzes. Jedoch gefährden aktuelle Haushaltskürzungen im Doppelhaushalt 2025/2026 mehrere geplante Bauprojekte.
Zwischenlösungen und kleine Anpassungen
Im Herbst 2023 führte das MTA eine Gleiserneuerung am Augustusplatz durch. Dabei wurden folgende Verbesserungen umgesetzt:
- Blindenleitsystem nach DIN-Norm
- Abgesenkte Bordsteine
Größere bauliche Veränderungen sind jedoch bis zum geplanten Komplettumbau nicht vorgesehen. Bis dahin bleibt die Haltestelle nur teilweise barrierefrei. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) setzen auf eine akustische Haltestellenansage, die in Abstimmung mit Behindertenverbänden entwickelt wurde.
Lange Wartezeit für Fahrgäste
Der geplante Umbau der Haltestelle Augustusplatz wird frühestens in neun Jahren erfolgen. Bis dahin müssen Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität weiterhin auf Hilfsmittel oder Unterstützung angewiesen bleiben. Auch für Personen ohne Behinderung kann die aktuelle Bauweise beim Aussteigen problematisch sein.
Quelle: Leipziger Zeitung