Leipzigs Arbeitsmarkt bleibt angespannt
Leipzigs Arbeitsmarkt bleibt angespannt, Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Leipzig ist im Dezember 2025 leicht zurückgegangen. 29.447 Menschen waren arbeitslos gemeldet, das sind 149 Personen weniger als im November. Bundesweit stieg die Arbeitslosigkeit im selben Zeitraum leicht an. Im Jahresvergleich zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Gegenüber Dezember 2024 sind 2.278 Personen mehr ohne Arbeit gemeldet. Vergleichbare Entwicklungen zeigten sich bereits beim Arbeitsmarkt im Sommer 2025.

Inhaltsverzeichnis:

Agentur für Arbeit Leipzig Dezember 2025

Die Arbeitslosenquote lag bei 8,4 Prozent und entsprach exakt dem Wert des Vormonats. Vor einem Jahr betrug sie 7,9 Prozent. Damit liegt die Quote um 0,5 Prozentpunkte höher als im Dezember 2024. Die saisonal übliche Entwicklung im Dezember führte lediglich zu einer Seitwärtsbewegung. Von einer nachhaltigen Erholung kann weiterhin keine Rede sein.

Steffen Leonhardi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig, erklärte: „Wir befinden uns weiterhin in einer angespannten wirtschaftlichen und in der Folge arbeitsmarktlichen Lage.“ Er verwies darauf, dass im Januar saisonbedingt mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen sei. Der Leipziger Arbeitsmarkt bleibe somit auch über den Jahreswechsel hinaus unter Druck.

Wirtschaftslage und staatliche Investitionen in Sachsen

Die Konjunkturflaute wirkt sich nicht auf alle Unternehmen gleichermaßen aus. Ein wachsender Teil der Arbeitslosigkeit wird auf die Investitionszurückhaltung aller staatlichen Ebenen zurückgeführt. Kommunen geraten zunehmend in finanzielle Engpässe und reduzieren ihre Ausgaben. Sachsen sparte in den Jahren 2025 und 2026 rund 2 Milliarden Euro, um die Schwarze Null einzuhalten. Ähnliche Zusammenhänge werden auch im Kontext von Leipzigs wachsendem Finanzdruck deutlich.

Auch auf Bundesebene wurden Investitionsprojekte zurückgefahren. Das angekündigte 500-Milliarden-Euro-Konjunkturpaket, verteilt über zehn Jahre, kompensiert nach aktuellen Einschätzungen nicht einmal die Kürzungen im Bundeshaushalt. Die Folge ist ein schwächerer staatlicher Impuls für Wirtschaft und Arbeitsmarkt.

Stimmen des DGB Sachsen zur Arbeitsmarktkrise

Am Mittwoch, dem 7. Januar, äußerte sich der sächsische DGB-Vorsitzende Markus Schlimbach deutlich zur Lage. „Der Arbeitsmarkt wird voll von der Wirtschaftskrise getroffen.“ Er verwies auf steigende Arbeitslosenzahlen und einen Tiefstand bei offenen Stellen. Besonders betroffen sei die Industrie.

Gleichzeitig hob er hervor, dass ein Höchststand bei beruflicher Weiterbildung und betrieblicher Eingliederung durch die Arbeitsagenturen für eine gewisse Entlastung sorge. Für das Jahr 2026 forderte Schlimbach, dass der angekündigte Investitionsbooster des Bundes endlich Wirkung entfalten müsse. Genannt wurden konkret Straßen, Schienen, Schulen und Krankenhäuser.

Jugendarbeitslosigkeit in Leipzig seit 2022

Ein besonderer Fokus liegt auf jungen Menschen. Seit 2022 steigt die Zahl der arbeitslosen 15- bis 24-Jährigen in Leipzig kontinuierlich. Damals waren 1.850 junge Menschen arbeitslos, im Dezember 2025 sind es 2.864. Das entspricht einem Anstieg von 9,1 Prozent gegenüber Dezember 2024, trotz eines leichten Rückgangs im Vergleich zum November.

Diese Entwicklung zeigt, dass vor allem Berufsanfänger unter Einstellungsstopps leiden. Dies geschieht in einer Phase, in der viele Branchen zugleich von einem demografisch bedingten Fachkräftemangel betroffen sind. Strukturelle Parallelen zeigen sich auch beim Fachkräftemangel in Leipzig.

Offene Stellen und Branchenstruktur

Trotz der angespannten Lage melden Unternehmen weiterhin Personalbedarf. Im Dezember wurden 1.010 neue Stellen gemeldet, 52 mehr als im Vormonat und 107 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt befanden sich 5.300 offene Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

  • sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen
  • freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen
  • Baugewerbe
  • Gesundheits- und Sozialwesen
  • Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen
  • Verarbeitendes Gewerbe

Steffen Leonhardi betonte in diesem Zusammenhang: „Weiterbildung und Beschäftigtenqualifizierung sind entscheidende Erfolgsfaktoren, um Stabilität zu sichern.“

Arbeitsmarktentwicklung nach Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III lag die Arbeitslosigkeit bei 11.794 Personen. Das sind 107 weniger als im November, jedoch 2.519 mehr als vor einem Jahr. Im Rechtskreis SGB II waren 17.653 Arbeitslose registriert. Hier sank die Zahl sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich.

Die Jobcenter betreuten rund 60 Prozent aller Arbeitslosen. In der Grundsicherung verringerte sich die Zahl der Bedarfsgemeinschaften um 834 auf 30.333. Gleichzeitig wurden 38.289 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte betreut, 1.067 Personen weniger als im Vorjahresmonat. Diese Zahlen verdeutlichen strukturelle Verschiebungen innerhalb des Leipziger Arbeitsmarktes.

Quelle: LEIPZIGER ZEITUNG, MILEKCORP

FAQ

Wie viele Menschen waren im Dezember 2025 in Leipzig arbeitslos?

Im Dezember 2025 waren 29.447 Menschen im Bezirk der Agentur für Arbeit Leipzig arbeitslos gemeldet.

Wie hoch lag die Arbeitslosenquote in Leipzig im Dezember 2025?

Die Arbeitslosenquote betrug 8,4 Prozent und lag damit auf dem gleichen Niveau wie im Vormonat.

Wie entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr?

Im Vergleich zum Dezember 2024 waren 2.278 Personen mehr arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg von 8 Prozent entspricht.

Welche Rolle spielt die Wirtschaftslage für den Leipziger Arbeitsmarkt?

Die angespannte wirtschaftliche Lage sowie die Zurückhaltung bei staatlichen Investitionen belasten den Arbeitsmarkt und tragen zum Anstieg der Arbeitslosenzahlen bei.

Welche Altersgruppe ist besonders von Arbeitslosigkeit betroffen?

Besonders betroffen sind junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren, deren Zahl seit 2022 kontinuierlich gestiegen ist.

Gibt es trotz der Lage offene Stellen in Leipzig?

Ja, im Dezember 2025 wurden 1.010 neue Stellen gemeldet, insgesamt befanden sich 5.300 offene Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Welche Branchen melden die meisten freien Stellen?

Die meisten offenen Stellen gibt es in den Bereichen wirtschaftliche Dienstleistungen, Baugewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel sowie im verarbeitenden Gewerbe.

Wie verteilt sich die Arbeitslosigkeit auf die Rechtskreise SGB III und SGB II?

Im Rechtskreis SGB III waren 11.794 Personen arbeitslos gemeldet, im Rechtskreis SGB II waren es 17.653 Personen.

Wie viele Arbeitslose werden durch die Jobcenter betreut?

Rund 60 Prozent aller Arbeitslosen im Leipziger Bezirk werden durch die Jobcenter betreut.

Welche Maßnahmen gelten als wichtig zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes?

Weiterbildung und gezielte Beschäftigtenqualifizierung gelten als zentrale Instrumente zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes.